Ebenhausen2020-08-24T11:59:52+00:00
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Baar-Ebenhausen Ortsteil Werk

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Geplantes Gewerbegebiet
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Seefläche
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Wald und Grünflächen
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Aktiv genutzte Gewerbeflächen

Auf dem Areal der Immobilien Verwaltung Ebenhausen GmbH stehen ca. 50 gewerblich genutzte Hallen und Gebäude, viele dieser Bauwerke stammen aus der Zeit des zweiten Weltkrieges. In vielen Fällen lässt sich die Nutzung durch das Archiv der Immobilien Verwaltung Ebenhausen nachvollziehen. Wie zum Beispiel an dem Gebäude 804 dem ehemaligen Casino des Fabrikgeländes das im Februar 2001 vollständig niederbrannte.

Ansicht 1939 

Grundriss KG

August 2000

Februar 2001 

Flächen

Mit einer Gesamtfläche von ca 50 ha (500.000m²) verfügt die Liegenschaft in Ebenhausen-Werk über eine Grundfläche die ca.  83 Fußballfeldern entspricht oder ca. 6 mal dem Leipziger Hauptbahnhof.

Ein kurzer Ausflug in die Geschichte …

Januar 1827

1827

Bereits 1827 sollen Verhandlungen zur Errichtung von acht militärischen Pulvermühlen zwischen Ebenhausen und Manching geführt worden sein.

1845

1845 existierte bereits die “Aidmühle” und war im Privatbesitz des Aidmüllers. Sie bestand aus Wohnhaus, Mühle, Stall, Stadel und einem Backhaus. Nahe der Aidmühle wurde später die Pulverfabrik im jetzigen Ortsteil Ebenhausen-Werk errichtet.

1865

Im Frühjahr 1865 nahm die Pulverfabrik ihre Produktion auf. Aber bereits am 09. August 1865 explodierte das Walzwerk, die zweite Mühle und kurze Zeit später auch das Stampfwerk.

1890

IN den Jahren 1889 und 1890 fanden weitere Bau und Modernisierungsmaßnahmen auf dem Gelände statt. Auch eine Anlage zur Herstellung von rauchschwachem Pulver wurde errichtet,

1912-1918

In dieser Zeit wurde die Pulverfabrik zu einem großem Betrieb ausgebaut, der bis zu 2000 Arbeiter beschäftigte. 1912 wurde die Anlage als “königlich Bayerische Pulverfabrik”  bezeichnet. Im 1. Weltkrieg wurde die Pulverfabrik auch als “Alte Reichswerke” bezeichnet.

1915

Bei der Sprengstoffproduktion wird von mehreren Unglücksfällen berichtet. Der größte scheint sich im September 1915 ereignet zu haben. Hierbei starben bei zwei Explosionen auf dem Gelände 16 Personen.

1918 – 1937

In der Nachkriegszeit wurde die Pulverfabrik stillgelegt. Ab April 1920 wurden Teile des Werks von der Interalliierten Militärkommission demontiert und gesprengt. Es entstanden aber auch neue Bauwerke wie der Wasserturm und ein neues Kesselhaus mit einem 60m hohen Schornstein. Zu diesem Zeitpunkt waren diverse Betriebe mit der Herstellung von Paraffinkerzen und Strümpfen sowie der Herstellung von Futtermitteln und Instandhaltung von Eisenbahnwagen beschäftigt. Auch ein Betrieb zur Zünderzerlegung war im Werksgelände ansässig.

1919

Nach Ende des ersten Weltkrieges ging das Gelände an das Reichsministerium über und wurde als “Reichswerk Reichertshofen” bezeichnet

1926

1926 wurde Bayern zum Eigentümer des Pulverfabrikationsgeländes.

1931

Wie der Donaukurier berichtete fuhr ein Personenkraftwagen am 19. September 1931 mit überhöhter Geschwindigkeit durch Ebenhausen. Beider Ermittlung stellte sich heraus das der Führer des Kraftfahrzeuges ein gewisser Adolf Hitler wohnhaft in der Prinzregentenstrasse war. Ob Hitler am Ende zahlen musste , ist nicht mehr bekannt. Hitlers Fahrer Herr Julius Scheck gab an Hitler habe ihn angewiesen “so schnell wie möglich zu fahren”. Quelle Donaukurier

1937

Am 2. Juli 1937 wurde die ehemalige Pulverfabrik an die Montan AG verkauft.

1938 – 1942

1938 wurde eine neue Pulverfabrik errichtet die 1942 die Produktion aufnahm. Es wurden dabei 306 Neubauten errichtet und 65 Altbauten wieder verwendet. Das Werk Ebenhausen erhielt zu dieser Zeit auch den den Tarnnamen “Werk Feld”

1945 – 1947

Am 17. April  1945 wurde die Produktion in Ebenhausen gestoppt. Das Werk wurde demontiert und alle kriegswichtigen Gebäude zerstört. Die Demontage soll durch die Amerikaner von Oktober 1945 bis September 1964 stattgefunden haben. Dabei wurden über 100 Gebäude gesprengt. 3/4 des gesamten Areals waren im Juli 1947 durch Kriegsbombadierung und Demontagearbeiten völlig zerstört. Ende 1946 wurde mit der “Friedensmäßigen Verwertung” der restlichen Gebäude begonnen. Im Frühjahr 1947 waren bereits 101 Industriebauten an kleinere Unternehmen vermietet,

1947-1953

1947 – 1948 fand der Abbau der technischen Anlagen durch die US-Armee statt. 1949-1950 wurden im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums erneut Räumungarbeiten durchgeführt, hierbei wurden auch das Kanalnetz gereinigt. Auch wird 1952 im Donau-Kurier berichtet dass “eine Enttrümmerungsfirma mit der Beseitigung der letzten Sprengspuren beginnen wird”

1951

Der Eigentümer des Objektes firmiert um und ist nunmehr die Industrieverwaltungsgesellschaft mbh (IVG). Gesellschafter war die Bundesrepublik Deutschland. 1986 wurde das Unternehmen in eine AG umgewandelt.

1952-1995

Die IVG AG verwaltet das Gelände der ehemaligen Pulverfabrik. In dieser Zeit wird das Gelände mehrfach untersucht und noch vorhandene Altlasten beseitigt. Teile des Areals werden veräußert und neue Industriebetriebe siedeln sich an. Auch werden Teile der ehemaligen Pulverfabrik in Wohngebiete umgewandelt.

Die Lage …

Das Areal der Immobilien Verwaltung Ebenhausen GmbH befindet sich südlich von Ingolstadt. Die Verwaltung befindet sich im Äußerer Ring 49 in 85107 Baar-Ebenhausen Ortsteil Ebenhausen Werk.

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